Saftfasten – alles was Du über das Saftfasten wissen musst und Dinge, die Du beachten solltest

Saftfasten
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Saftfasten, bekannt geworden durch Joe Cross' Film Fat, Sick & Nearly Dead, hat schon vor einigen Jahren viel Aufsehen erlangt und erfreut sich bis heute großer Beliebtheit. In diesem Beitrag alles was dahintersteckt, für wen es geeignet ist und was man dafür benötigt.

Was ist Saftfasten?

Saftfasten ist eine besondere Ernährungsform, die über einen Zeitraum von 1-4 Wochen (selten länger) zur Entgiftung des Körpers und zur Reduzierung des Körpergewichts angewendet wird und ausschließlich auf Obst- und Gemüssäften basiert.


Wozu Saftfasten?

Saftfasten dient in erster Linie dazu, den Körper zu entgiften, Vitamine und Nährstoffe in großer Menge aufzunehmen und Gewicht zu reduzieren. Oftmals wird Saftfasten am Beginn einer Ernährungsumstellung oder Diät als Ausgangspunkt genutzt.

Nicht selten ist Saftfasten auch eine Form der Selbstmedikation, um kurz- oder mittelfristig bestimmte Krankheitsbilder oder Symptome zu lindern. Ähnlich wie auch Joe Cross in seinem Film Fat, Sick & Nearly Dead durch das Saftfasten die Einnahme verschiedener Medikamente verringern oder gar gänzlich einstellen konnte.

Ob und in welcher Form das Saftfasten bei der Behandlung von Krankheiten oder Symptomen sinnvoll, ratsam oder angebracht ist, sollte niemand selbst entscheiden und nur in und nach Absprache mit seinem Haus- oder Facharzt durchführen.


Wie funktioniert Saftfasten?

Saftfasten funktioniert, weil man ausschließlich vitamin- und nährstoffreiche Säfte zu sich nimmt, dabei alle anderen Lebensmittel und den damit verbundenen Zusatzstoffen, Fetten, Zucker und damit verbundenen Kalorien aus dem Weg geht.

Gutes rein. Schlechtes weg.

Dadurch, dass man ausschließlich Obst- und Gemüsesäfte, keine Feststoffe, eine verminderte Menge an Kalorien und so gut wie keine Fette zu sich nimmt, kann der Körper gespeicherte Energie (Fett) verbrauchen, eingelagerte Giftstoffe abbauen und sich so regenerieren.


Was kostet Saftfasten?

Das mehrwöchige Saftfasten kann mit speziellen, vorproduzierten (Fertig-)Säften pro Woche bis 150 Euro und mehr kosten. Bekanntere Hersteller von Detox-Säften etwa, nehmen für eine 3-Tage-Detox-Kur zwischen 80 und 120 Euro. Während die Qualität der Säfte meistens hervorragend ist, bezahlt man hier maßgeblich für das Marketing. Die günstigeren und guten Fertigsäfte aus dem Supermarkt liegen meist bei 3 bis 5 Euro für 750ml (20 Euro/Tag).

Deutlich günstiger geht es mit dem eigenen Entsafter oder Slow Juicer. Neben der Anschaffung des Gerätes selbst, kommen hier pro Woche lediglich noch die Kosten für Obst und Gemüse hinzu. Als Orientierungspunkt kann man sich die Kosten der Saftdiät hochrechnen.


Für wen ist Saftfasten geeignet?

Das Saftfasten ist für diejenigen geeignet, die die Geduld und den Willen aufbringen können, über eine Zeit von mehreren Wochen (2-4 Wochen und länger) ausschließlich Saft zu trinken.

Saftfasten ist nichts, was man nebenbei macht. Die Zubereitung der Säfte, die körperlichen Veränderungen und mögliche Begleiterscheinungen sowie Nebenwirkungen verlangen volle Aufmerksamkeit.

Durch die Mahlzeiten, die man neben den Säften zu sich nimmt, hat der Körper deutlich mehr Energie, die er bei körperlichen Anstrengungen nutzen kann. Somit eignet sich die Saftdiät gerade für die, die sich bei anderen saftbasierten Diäten oft antriebslos oder gar kraftlos fühlen.


Wie lange Saftfasten?

Während Joe Cross ganze zwei Monate ausschließlich von Saft gelebt hat, empfiehlt es sich nur nach ärztlicher Rücksprache es ihm gleichzutun. Man sollte mindestens 2 Wochen, bestenfalls 4 Wochen ausschließlich auf Saft setzen. In den 2 bis 4 Wochen kann sich der Körper sowohl an die Umstellung gewöhnen, Fett abbauen und sich selbst reinigen.


Was benötigt man für das Saftfasten?

Durchhaltevermögen, ein starker Wille, ein Entsafter / Slow Juicer und jede Menge Obst und Gemüse bilden die Basis des Saftfastens. Gerade die ersten 3 Tage Saftfasten sind schwer. Die Umstellung, keine feste Nahrung mehr zu sich zu nehmen, macht es nicht ganz einfach. Hat man die ersten 3 Tage überstanden, bekommt man schon eine gewisse Routine.


Wie Saftfasten beginnen?

Wie bei vielen Diäten oder Ernährungsumstellungen gibt es auch beim Saftfasten keine Empfehlung, die es allen recht macht. Während die einen einen langsam Umstieg bevorzugen und sich mit schonender, kalorienreduzierter Ernährung langsam umstellen, wagen andere einen harten Schnitt und stellen von einem Tag auf den anderen ihre Ernährung um. 

Eine Woche vor dem Saftfasten auf eine vegetarische oder fleischreduzierte Ernährung umzustellen, ist in jedem Fall etwas, das man sich überlegen sollte. Ein letztes Mal Cheeseburger und Pommes vor dem Fasten mag verlockend erscheinen, kann die Umstellung aber erheblich erschweren.

Wer schon häufiger das Fasten für sich entdeckt hat, vertraut oftmals auch auf den Einsatz von Glaubersalz. Die Einnahme von Glaubersalz sorgt dafür, dass der Körper sich von allen Altlasten im Magen-Darm-Trakt befreit. Die Einnahme von Glaubersalz sollte daher genau nach Anleitung erfolgen und nicht weit entfernt von einer Toilette.


Begleiterscheinungen des Saftfastens

Gerade in den ersten Tagen wird man feststellen, dass das Fasten schnell an die Substanz gehen kann. Kopfschmerzen, Bluthochdruck (gelegentlich auch zu niedriger Blutdruck), Magendrücken, Bauchweh, Schwindelgefühl und Kreislaufprobleme sind keine Seltenheit, sondern viel mehr der Regelfall.

  • Kopfschmerzen
  • Bluthochdruck (selten auch zu niedriger Blutdruck)
  • Magendrücken
  • Bauchweh
  • Schwindelgefühl
  • Kreislaufprobleme

Gerade wegen der körperlichen Belastung ist es ratsam, vor dem Fasten (egal welche Form) den Hausarzt zu konsultieren. Gerade Risikogruppen sollten nicht ohne ärztliches Ok mit dem Fasten beginnen.


Nebenwirkungen des Saftfastens

Neben den Begleiterscheinungen, wie Kopfschmerzen und Schwindelgefühl, kommt es gerade beim Saftfasten oft vor, dass sich im Laufe der Zeit Mundgeruch und Körpergeruch einstellen. Viele berichten zusätzlich auch davon, dass gerade in den ersten 1-2 Wochen die Haut deutlich unreiner ist und sich vermehrt Rötungen und Pickel bilden.

  • Mundgeruch
  • Körpergeruch
  • Unreine Haut
  • Rötungen
  • Pickel

So unschön die Nebenwirkungen auch sind, gehören sie dennoch dazu und sind Teil des Reinigungsprozesses, die der Körper durchläuft. Meist legen sich die Symptome schon wenige Tage nach ihrem Auftreten wieder. Ganz selten halten sie länger als 1 oder 2 Wochen an.